(Karten sind im Vorverkauf bis Samstag, den 14.08. bei uns erhältlich)
Zum KULTurellen Ausklang des Schwaaner Brückenfestes wird an diesem Sonntag vom Team der KULTur-Schänke Sackgasse 25, die Reihe „Jazz meets Orgel“ zum zweiten Mal für Schwaan ausgerufen. Hierfür ist es dem Team gelungen, die Jazzlegenden Uschi Brüning, ihren Partner Ernst-Ludwig Petrowski und den Organisten Matthias Suschke zu engagieren. Ein packendes musikalisches Sommererlebnis, welches durch musikalischen Anspruch, wie auch durch eine der ältesten Backsteingotiken Norddeutschland, der Schwaaner St. Paulskirche (direkt am Markt) lockt. Gesang und Saxophon treffen auf die ergreifenden Töne der weitestgehend original erhaltene Winzerorgel, gespielt von Film-Komponist, Arrangeur und Visionär der Schwarzweißen Tasten, Matthias Suschke.
Seit den siebziger Jahren gilt Uschi Brüning unangefochten als die herausragende Jazzsängerin Deutschlands. In ihrer Laufbahn hat sie Erfahrungen mit Pop-, Roc
k- und Soul beeinflusster Musik, sowohl als Interpretin liedhafter Kompositionen gesammelt, sich jedoch gleichermaßen instinktiv und künstlerisch fol- gerichtig der Zusammenarbeit mit führenden Jazzmusikern zugewandt. Uschi Brünings Ausdrucksspektrum reicht von Jazzstandards, die sie auf ganz persönliche Weise zu beleben vermag, bis hin zum abenteu- erlichen Bereich der freien Improvisation, in dem sie durch ungezügelte Expressivität ebenso zu überzeugen weiß, wie durch Formbewusstsein und sensible Gestaltungskraft. Ihre kontinuierliche Profilierung als im- provisierende Sängerin spiegelt sich nicht zuletzt in einer seit Jahren steigenden internationalen Wert- schätzung wieder. Ihr Durchbruch als Sängerin gelang ihr Anfang der siebziger Jahre, nachdem sie im „Ringcafé“ Ihrer Heimatstadt Leipzig entdeckt worden war. Mit den Bands von Günther Fischer und Klaus Lenz sang sich Uschi Brüning in die Herzen einer bald wachsenden Fan-Gemeinde. Ihr Selbstanspruch hat sie weitergetrieben und - rückblickend beinahe folgerichtig - den Weg zum Jazz finden lassen. Vielseitigkeit zählt zum Anliegen dieser Sängerin, die sich schon zu Beginn ihrer Laufbahn nicht einengen und auch heute nicht stilistisch festschreiben lassen will. So hat sie beispielsweise ein eigenes Gospel-Programm gestaltet, welches sie in der St. Paulskirche in Schwaan vorstellen wird.Der Saxophonist Ernst-Ludwig Petrowsky, mit dem die Sängerin im Leben und in der Musik verbunden ist, sprach ihr Mut zu und nahm sie mit auf die nun sehr viel kleineren Bühnen des zeitgenössischen Jazzmusizierens. So gewann Uschi Brüning ein neues, internationales Publikum. Konzertreisen führten das Duo kreuz und quer durch Europa und bis nach Indien. EL. Petrowsky ist einer der bedeutendsten deutschen Musiker des modernen Jazz. Er hat die Entwicklung des Jazz in der DDR wesentlich mitbestimmt und ist im Verlaufe dieses
Prozesses zugleich zu einer Musikerpersönlichkeit von internationalem Format gereift. Von der Tradition des modernen Jazz ausgehend, ist er bis in experimentelle Spielbereiche vorgedrungen. Er spielte in den USA und in Europa in der George Gruntz Concert Jazz Band, im Globe Unity Orchestra, Tony Oxley Celebration Orchestra, Europeen Jazz Ensemble, Zentral-Quartett und dem Berlin Jazz Orchestra. Petrowsky begann seine Laufbahn als Jazzmusiker bereits in den fünfziger Jahren in Besetzungen um Eberhard Weise. In den sechziger Jahren gehörte er zu den Mitbegründern des Manfred- Ludwig-Sextetts und zählte auch zu den Initiatoren des 1967 gegründeten Rundfunk-Jazz- Ensembles Studio IV. In der für die neuere Jazzentwicklung in der DDR bahnbrechenden Gruppe Synopsis, die in den achtziger Jahren unter dem Namen Zentralquartett neu formiert wurde. Seit Anfang der achtziger Jahre gibt es das Duo mit der Sängerin Uschi Brüning, das ohne elektronische Tricks durch die Ausstrahlungskraft der beiden Persönlichkeiten zu überzeugen weiß. Ernst-Ludwig Petrowsky erhielt den Preis des Komitees für Unterhaltungskunst in der DDR, den Kunstpreis und den Nationalpreis der DDR. Im November 1997 wurde ihm im Rahmen des JazzFestes Berlin der Albert-Mangelsdorff-Preis verliehen. Er hat bisher rund 70 LPs und CDs eingespielt.




